Entlang der Boschetsrieder Straße verläuft der „Äußere Radlring“. In der Straße gibt es zwei Grundschulen, die insgesamt fast 800 Kinder besuchen. Die bisher stellenweise sehr schmalen Geh- und Radwege wurden weder der Bedeutung der Straße als beschilderte Fahrradhauptroute noch als viel genutztem Schulweg gerecht. Außerdem fehlte der Sicherheitsabstand für Radfahrende zu sich öffnenden Autotüren.
Ein Überholen langsamer Radler*innen war meist nur durch gefährliches Ausweichen auf den Gehweg möglich. Die bisherige Geh- und Radinfratstruktur wurde auch den stark gestiegenen Anteilen des Fuß- und Radverkehrs in der Landeshauptstadt München nicht mehr gerecht: Die letzte entsprechende Untersuchung zeigt, dass die Münchner*innen mittlerweile ein Drittel ihrer Wege (33 Prozent) zu Fuß und 21 Prozent ihrer Wege mit dem Fahrrad zurücklegen. Mehr als ein Viertel (26 Prozent) radelt zur Arbeit (Mehr Informationen zu den Studienergebnissen).
Von dem Umbau der Boschetsrieder Straße profitieren zahlreiche Nutzergruppen, insbesondere Schüler*innen in den Grundschulen Aidenbachstraße 23 und Boschetsrieder Straße 35: Geh- und Radwege werden klarer voneinander getrennt. Die Gehwege werden dabei verbreitert und barrierefreie Querungen geschaffen. Die Landeshauptstadt München errichtet neue baulich geschützte Radwege mit einer Regelbreite von 2,30 Metern (im Umfeld der Bushaltestellen teilweise schmaler). Insgesamt 170 neue Fahrradabstellplätze – auch für Lastenräder – sorgen für eine geordnete Abstellsituation und freie Gehwege.
Die sechs bestehenden Bushaltestellen der Linien 134 und 136 in der Boschetsrieder Straße werden barrierefrei ausgebaut.
Der Wirtschaftsverkehr profitiert ebenfalls in mehrfacher Hinsicht: Die Einrichtung von Lieferzonen schafft ausgewiesene Parkflächen für Handwerker*innen, Paket- und Lieferdienste. Außerdem ermöglichen die deutlich verbreiterten Radwege ein sicheres Befahren mit Lastenrädern, die nicht nur in der Paketzustellung in München eine immer wichtigere Rolle spielen.
Für den übrigen Autoverkehr bleiben beim Umbau insgesamt 86 Parkplätze erhalten.
Auch auf eine kühlende Infrastruktur wird beim Umbau geachtet: Die Baumbilanz der Baumaßnahmen ist positiv - 55 Neupflanzungen als Ersatz für 17 Fällungen sorgen langfristig im Sommer für mehr Schatten.
Insgesamt ist das Projekt Boschetsrieder Straße ein Beitrag zur „Vision Zero“, die der Stadtrat 2018 beschlossen hat: keine Toten und Schwerverletzten mehr im Straßenverkehr. Der Umbau verbessert die Sicherheit und Aufenthaltsqualität für alle.
| Straße | Boschetsrieder Straße |
| Anzahl Fahrstreifen | bisher abschnittsweise zwei oder einer - je nach Fahrtrichtung |
| Verkehrsstärke Kfz/24h | zirka 19.000 bis 22.000 |
| Verkehrsstärke Rad | zirka 1.200 in 8 Stunden |
| Streckenlänge in km | 1,3 |
| Radverkehrsinfrastruktur Bestand | bauliche sehr schmale Radwege |
| Stadtratsbeschluss | 17. Mai 2023 |
wichtige Radverkehrsverbindung (beschilderte Fahrradhauptroute "Äußerer Radlring", größere Grundschulen ansässig, ungünstige Kombination aus schmalen Fuß- und Radverkehrsanlagen sowie fehlendem Sicherheitsabstand für den Radverkehr zu sich öffnenden Pkw-Türen. An das Projekt schließen im Westen ab dem Ratzingerplatz die Bauarbeiten der MVG für die Tram-Westtangente an.